Für meinen Job als Produktmanager ist es oft notwendig, einen Entwurf oder mehrere Entwürfe einer neuen Website oder eines neuen Features in einem groben Design abzuliefern – damit sich die Beteiligten an einem Projekt besser vorstellen können, was man damit am Ende anfangen kann.

Dazu bin ich immer offen für neue Tools. Eins der besten, gut kompatibel mit unterschiedlichen Nutzergruppen und Zielgruppen für den Entwurf: Papier und Bleistift (ergänzt um Fineliner). Aber es gibt inzwischen eine ganze Latte von Entwurfssoftware für Wireframes. Was ich davon schon ausprobiert habe? Als Software zum Installieren z.B. Axure. Sehr mächtig, aber leider auch prohibitiv teuer. Noch mal was: Balsamiq Mockups – sehr charmant, aber 79 Dollar ist immer noch zu viel. Wenn es das auch online und damit kostenlos gibt.

Online hat sich in den letzten Monaten eine Menge getan. Hier gibt es eine wahre Flut von Diensten. Ausprobiert: HotGloo, MockFlow, ProtoShare. Ein klarer Favorit hat sich für mich noch herauskristallisiert. Bei den einen ist das Kontingent, das man als Free-User zur Verfügung hat, einfach zu gering, um sich voll darauf einzulassen. Bei anderen reicht die Zahl der Shapes, die man verwenden kann, einfach nicht aus.

Worauf ich hinauswill: Es gibt viel zu viele von diesen Dingern. Die Entwickler sollten sich lieber zusammentun und etwas Großes bauen. Oder sich eine andere Branche suchen. Wie viele UX-Designer und Webentwickler und Produktmanager wie mich gibt es schon? So eine große Branche ist es nicht. Dabei ist aber die Online-Herangehensweise genau die richtige. Schnell einen Account erstellt, und schon geht es mit dem Entwerfen los. Und daher hat eine einfache Installationsversion wie Balsamiq auch keine Chancen – auf Dauer. Bereits 100.000 Dollar hat er damit verdient, und es ist gut, dass er sich mit seinen Integrationen in andere Softwareumgebungen einen USP geschaffen hat. Die Online-Buden können, wenn sie keine andere Idee mehr haben, sich in eins zusammen entwickeln.

Warum? Alles, was Software wird und digital, wird irgendwann als Preis die Grenzkosten erreichen. Das ist die These von Chris Anderson.

There’s never been a more competitive market than the Internet, and every day the marginal cost of digital information comes closer to nothing.

Die Grenzkosten für jeden weiteren User sind minimal, beinahe null. Was soll also das Geschäftsmodell der Anbieter sein? Premium-Dienste, klar.

Über FlairBuilder und MockupScreens kann ich nix sagen. Außer, dass ich Dienste mit Binnen-Großbuchstaben satt habe. Amazon heißt auch nicht AmaZon. Weil das für die Zone steht, wo man einkauft oder so.