Es wurde rauf und runter gepostet: Den US-Bloggern geht der Nachwuchs aus. Der Anteil der Onliner unter den Teenagers, die ihr eigenes Blog betreiben, ist auf die Hälfte gesunken:

14% of online teens now say they blog, down from 28% of teen internet users in 2006.

http://pewinternet.org/Reports/2010/Social-Media-and-Young-Adults.aspx?r=1

Basicthinking hat dazu etwas Feines geschrieben:

Die Ergebnisse der beiden Studien lassen den Schluss zu, dass das Bedürfnis der Jugendlichen Content zu konsumieren größer ist, als selbst welchen zu erstellen.

Und wundert man sich jetzt noch, warum Apple den iPad vorgestellt hat, ein Gerät zum Konsumieren mehr als zum Produzieren? Aber ich schweife ab.

Ergänzend dazu muss man sich nämlich, finde ich, einen Teil der Studie anschauen, der untersucht, wie viel Zeit die Teenager und Twens mit Skype und anderen Instant Messaging-Diensten verbringen.

73% of wired American teens now use social networking websites, a significant increase from previous surveys. Just over half of online teens (55%) used social networking sites in November 2006 and 65% did so in February 2008.

Außerdem nehmen auch junge Erwachsene immer mehr von ihrem zukünftigen Arbeitgeber an, dass er sie Facebook nutzen lassen wird. (http://www.readwriteweb.com/archives/how_millenials_use_tech_at_work.php)

In fact, 10 percent of respondents said supervisors used SMS and chat to communicate with them, and 20 percent more said they wished their bosses would use these media more.

Warum ist Bloggen so unwichtig geworden?

Teenager (und wohl auch Twens) reden miteinander, sie reden nicht zu uns Ü30. Sie dozieren nicht, sie organisieren – Events occur in real time. Das Leben kommt nicht pre-packaged, eine Blogeintrag nach dem anderen, sondern es wird gelebt. Man tauscht sich aus, online, mobil – ob per SMS, Status-Update oder kurzem Anruf. Warten war gestern, Dinge wollen erledigt werden.

Natürlich ist damit genau die Hektik verbunden, die Frank Schirrmacher in seinem streckenweise brillanten Buch “Payback” skizziert. Wir können uns nicht mehr konzentrieren. Und die Generation nach uns will sich gar nicht mehr konzentrieren, sie will nur noch machen, erledigen, abhaken.

Alle, die über 30 sind, haben Probleme, das zu verstehen: http://www.buchreport.de/blog.htm?p=231#more-231

Ich glaube, deshalb habe ich auch so lange für diesen Post gebraucht. Digitale Vordenker haben schon den Sprung zu schnelleren Plattformen als Blogs geschafft, etwa Posterous, eine Mischung aus Blogging und Microblogging. Nennen wir es halt Miniblogging.

Dies ist ein weiterer Schritt weg vom Web, das auf Seiten basiert, und das wir Über-30-Jährige kennen. Und zwar bewegen wir uns auf eine Zeit zu, in der das Web die gleichen Ausdrucksformen zulässt wie das Gespräch von Mensch zu Mensch – das geht per Brief, Mail, Chat und natürlich in

Die Prosa ist tot, der Dialog hat Zukunft. Erinnert sich noch jemand an Cluetrain? Markets are Conversations.

Nachtrag für den Journalismus:
Was heißt das für den Bürgerjournalismus in Blogs, der in den USA zu entstehen schien? Sein Aufstieg ist gebremst , Zeitungen können aufatmen. Solange sie noch Teil der Gespräche sind und diese Gespräche (Was bewegt unsere Stadt?) noch organisieren helfen. Die Community ist da, sie will aber umhegt werden. Ein Leser/User nacheinander.