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Gedanken zu (digitalen) Produkten

Nur für Wordpress-Nutzer interessant: Google-SEO-Stimme Matt Cutts gibt eine Einführung in aus seiner Sicht hilfreiche Maßnahmen.

In einem Interview mit einem Comedian, der seine Hausaufgaben gemacht hat, kann man nicht gewinnen. Nicht einmal der Chefredakteur der New York Times.

The Daily Show With Jon Stewart Mon – Thurs 11p / 10c
End Times
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Daily Show
Full Episodes
Political Humor Healthcare Protests

Man beachte vor allem die Wortschöpfung “Aged News”. Und wie gestandene Zeitungsmacher in Schwimmen kommen.

Wie steht es um den Journalismus derzeit in Deutschland? Eine derart allgemein gehaltene Frage kann man natürlich gar nicht beantworten. Deswegen will ich die Frage enger fassen: Wie steht es um den Lokaljournalismus derzeit in Deutschland? Die Antwort ist, wie jeder weiß, schlecht.

Wieso ich glaube, hierzu etwas sagen zu können? Ich habe das Handwerk des Journalisten bei einer sehr kleinen lokalen Tageszeitung erlernt. Diese heißt Solinger Tageblatt, erscheint fast ausschließlich im Stadtgebiet von Solingen, einer der kleinsten Großstädte des Landes. Damals hatte das Tageblatt einen Marktanteil von annähernd 90 Prozent.

Ähnliche Situationen gibt es in vielen Zeitungskreisen mit einem dominanten Player im Tageszeitungsmarkt, eigentlich in jedem Medienmarkt. Der Fast-Monopolist verfügt über exzellente Startchancen. (Beim digitalen Landrush.)

Was das heißt für die Stadtgesellschaft? Sämtlicher Diskurs, der wichtig war, fand in der Zeitung statt.

Was das heißt für die Medienproduzenten? Die Adresskarteien der Lokalredaktion enthalten alle wichtigen Namen und Nummern der Stadt. Sie halten Beziehungen zu den Bürgern. Sie sind Ausdruck der Vernetztheit. Die Zeitungsredakteure sind die Konnektoren. Sie stellen Beziehungen her – und dar.

Was heißt das für das Medium? Einen frühen Start aus den Blöcken der digitalen Mediengesellschaft. Es gibt eine Menge mögliche Ansatzpunkte, das reale Netz ins virtuelle zu transportieren. (Eigentlich hätte jede Zeitung eine Community online gründen müssen. Haben sie aber nicht.)

Aber die Zugewinnmöglichkeiten in den bestehenden Märkten scheinen in dieser Position begrenzt. Der Marktanteil ist nicht zu steigern, oder nur über wenig nachhaltige Maßnahmen zur Neukundengewinnung. Das Problem: Die neuen Märkte werden nicht als komplett neue Märkte erkannt. Internet kostet erst einmal nur, so die Sicht der Marktanteilsverwalter in den Verlagen. Der Verlag hat, in sich schnell verändernden Zeiten, viel zu verlieren – und es nicht mehr gelernt, auch Dinge zu riskieren.

Was heißt das für die Redaktion? Qualität in der Berichterstattung wird nicht durch größeres Kundeninteresse belohnt. Vor allem, da in jüngeren demographischen Gruppen das Interesse an einer Tageszeitung nachließ.

Was heißt das auf der Anzeigenseite? Mehr Marktanteil, mehr Anzeigen sind eigentlich nur zu geringeren Preisen einzuwerben. Wer werben will, tut dies bereits. Entsteht eine Alternative zur lokalen Printwerbung, werden die möglichen Kunden diese bereitwillig nutzen.

Was heißt das fürs Marketing? Es gibt immer nur die gleichen Ideen in der Kundenbetreuung. Ein Flyer wird gedruckt, wird von Billiglöhnern verteilt. Die Stände, an denen man Probe-Abos anbietet, werden von studentischen Aushilfen besetzt. Die wichtigsten Kundenkontakte, die mit echtem Kontakt von Mensch zu Mensch, werden von Menschen gehalten, die der Verlag als austauschbar betrachtet.

Was heißt das für die Leserbeziehung im gesamten Haus? Sie wird sträflich vernachlässigt. Das Marketing erlebt den Leser nur als Kostenfaktor, versucht nicht herauszufinden, was diesen am Produkt interessiert. Die Redaktion nimmt den Leser nur als Störfaktor wahr, der von der Produktion der Printprodukts abhält. Der Vertrieb sieht den Leser nur als Aggregat Reichweite: Und die sinkt beständig.

Was ist aus dieser Marktsituation heraus gemacht geworden? Modell 1: Wo es der Cashflow zuließ, die Expansion in Märkte in früheren Marktphasen (WAZ, Passauer Neue Presse). Hier gibt es keinen Know-how-Transfer in Sachen Kundenpflege. Sondern nur was Marketing, Herstellungstechnik und Distributionsketten angeht. Ob gute Zeitungen entstanden sind, mögen Ortskundige beurteilen. Dazu reicht mein Blick leider nicht aus.

Modell 2: Wo es die örtliche Mediengesetzgebung zuließ, Ausflüge in andere Medienformen. Aber hier haben die Regularien das Entstehen echter, voll integrierter Medienhäuser verhindert. Nicht einmal die WAZ, eindeutiger Platzhirsch am NRW-Zeitungsmarkt, hat ansprechende Rundfunkmedien im Konzern. Die Beiträge für das eigene Online-Angebot holt man sich in einer bahnbrechenden Kooperation mit dem WDR. Meist aber ist Modell 3 passiert: Schmoren im eigenen Saft, Wahren des Status Quo. Wenig Aussichten für neue und kritische Ideen, keine Jobs für junge Mitarbeiter, eine ständig alternde Belegschaft mit üppigen sozialen Absicherungen, die eine Abscheu gegen alle Veränderung entwickelt. Und wo man auf Ansagen aus anderen Abteilungen wartet. Da aber alle Angst haben, kommt nix. Die Zeit geht ins Land. Es entstehen Wettbewerber weit jenseits der lokalen Verbreitungsgrenzen, über die man jammert, die aber trotzdem Wettbewerber sind – mit einem überlegenen Produkt (mobile.de, autoscout24 für die Autoannoncen, immobilienscout24.de, immonet.de etwa für die Immobilienanzeigen).

Die line extension in angrenzende Medienfelder hat man also versäumt. Und genauso die strategische Konzentration auf das wichtigste Kapital: die Kundenbeziehung. Mindestens zehn Jahre lang (vor 1999 ist das Internet in nur wenigen Zeitungsverlagen wirklich ernst genommen worden). Attraktive Buchreihen haben die überregionalen Medien aufgelegt, im Endkundengeschäft der lokalen Tageszeitungsverlage wurden lieblos Billigratgeber und Fast-Remittenden verklappt. Zielgruppe für all diese Werke: mindestens 50 Jahre alt.

Jetzt, wo die Tageszeitungen eingesehen haben, dass ihre Auflagen überall schrumpfen, stärker, als das eh bei einer leicht sinkenden Bevölkerung zu erwarten gewesen wäre, werden sie stärker zur Konzentration auf ihr Kerngeschäft konzentriert. Und es stellt sich heraus, dass das Kerngeschäft weder das Bedrucken von totem Holz noch die Verbreitung von Nachrichten. Sondern das Gestalten des lokalen Diskurses. Die Kontaktpflege.

Zur Erinnerung: So haben sich die Auflagen lokaler und regionaler Abozeitungen in den letzten Jahren entwickelt.

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Den ganzen Datensalat habe ich hier hinterlegt: Rohdaten vom BDZV.

Wieso? Überlegen wir einmal, in welchem Geschäft sich denn eigentliche lokale Tageszeitungen befinden. Sie verbreiten Nachrichten. Aber vielleicht drei von 20 Seiten oder acht von 64 sind mit dem Lokalteil bestückt. Der Rest ist wirklich überall sonst auch zu haben. Und wer glaubt schon, dass auf Seite 3 im Lokalteil noch Qualität stattfindet?

Die Käufer wollen nicht nur Nachrichten, im reinen, journalistischen Sinn. Nein, sie wollen auf dem Laufenden bleiben, was die Nachbarn, die Stadt bewegt. Die Tageszeitung liefert das in Gestalt des redaktionellen Lokalteils. Aber auch mit den Todesnachrichten, den Immobilienhinweisen, den Autoannoncen. Die beiden letzten sind ins Netz abgewandert, das geht da billiger und besser. Die Todesnachrichten sind auch weniger geworden, und hier gibt es auch aus Pietätsgründen kaum Möglichkeiten, die Preise deutlich anzuheben.

Die lokalen Fäden des Geschehens werden immer noch von den Tageszeitungsredakteuren gehalten. Sie sind tief in den Köpfen der örtlichen Entscheidungsträger verankert. Nur kommen die Redakteure angesichts des Kostendrucks in den Verlagen gar nicht mehr dazu, diese weiter zu spinnen. Eigentlich tropft das Geschehen in sehr vielen Orten nur über diese Leitungen in die Redaktion.

Die Redaktion ist vielerorts zum reinen Pressemitteilungsempfänger und Verlautbarungssprachrohr geworden. (Ein schönes Dissertationsprojekt wäre mal eine Inhaltsanalyse von allen Lokalteilen eines Jahres und dem Vergleich mit allen Pressemitteilungen aus dem Verbreitungsgebiet. Das Ergebnis wäre sicher verheerend.)

Wieso kommen also die Redakteure nicht mehr dazu, ihre Kontakte voll auszunutzen? Weil sie mit weniger Etats immer noch viele Seiten in den Lokalteilen zu füllen haben. Sie müssen selbst Fotos machen, Bilder bearbeiten, Seiten layouten und sollen auch noch recherchieren? Als erstes fällt die Recherche weg. Wenn die weg ist, erscheint immer noch eine Zeitung. Teilweise produzieren die Redakteure nur noch Seiten, die Texte kommen von freien Mitarbeitern mit begrenzter Identifikation mit dem Auftraggeber.

Journalisten denken produktorientiert. Sie erfüllt eine Zufriedenheit, wenn am Abend die Zeitung gefüllt ist. Nur ist das, was sie als Produkt empfinden, nur ein Teil des Produkts, das die Kunden darunter verstehen. Auch ihr Kneipenbesuch abends ist Teil des Produkts. Sie sind Teil der Community, über die sie berichten. Das Diktum von HaJo Friedrichs, ein Journalist dürfe sich auch mit einer noch so guten Sache nicht gemein machen, wirkt gegen sie: Sie sind Bürger der Stadt. Sie nichts Besseres. Das glauben sie leider viel zu oft.

Was wäre denn nun, wenn die Redakteure einen Schnitt machen? Das geht einfach. Vergesst den Verlag, den kostenlosen Kaffee im Verlagshaus, die Korrektoren, die Infrastruktur, den Dienstwagen. Konzentriert euch auf Nachrichten und die lokale Community. Holt euch für zehn Euro im Monat einen Webspace-Provider, gebt zehn Euro im Jahr für eine Domain aus. Zum Beispiel MEINWOHNORT.de. Dort installiert ein Wordpress-Blog und schreibt eure Geschichten. So einfach ist das. Und wenn ihr technisch nicht dazu in der Lage sind: Ich bin gern bereit, dies auf meinem Server laufen zu lassen. (Schickt mir einfach euren aktuellen Lebenslauf zu und eure Idee für das Blog.)

Wenn ihr unabhängig bleiben wollt, installiert einfach auf wordpress.com euer Blog. MEINWOHNORT.wordpress.com. Das ist auch funktional, leider wird man damit nicht so leicht Geld verdienen können (AdSense, Sponsor-Platzierungen, E-Commerce).

Das geht auch aus einer Festanstellung heraus. Vielleicht ist die Idee auch am besten geeignet für junge freie Mitarbeiter. Geht einfach mit dieser Idee zu eurem Redaktionsleiter. Noch besser: Macht es einfach. Wenn der Chef unter 40 ist, habt ihr eine echte Chance. Werdet Unternehmer! Unternehmt etwas! Wartet nicht länger, dass jemand Anderes sich um eure Zukunft kümmert.

Ihr regt euch auf, dass Google und andere euch Content wegnehmen? Wertet euer Urheberrecht selbst aus und bloggt. In den Verlagen werdet ihr Kompromisse machen müssen. Als Unternehmer habt ihr die Chance, so zu erzählen, wie ihr euch das immer erträumt habt. Ihr seid schlank geworden. Zwischen euch und dem Leser steht niemand mehr. Der Leser wird das belohnen. Ihr werdet viele anregende Gespräche führen.

Einfach nur mal ein Klicktipp – für innovativen Gebrauch von Archivbildern:

Seit einiger Zeit frage ich mich, warum die Medienindustrie und ihre wortmächtigsten Vertreter, die Journalisten (zu deren Berufsgruppe ich auch einmal gezählt habe – so weit wie Thomas Knüwer bin ich aber noch nicht. Noch!) sich so vehement gegen die Veränderung des Systems, in dem sie arbeiten, stemmen. Die Hamburger Erklärung ist einer ihrer schlimmsten Auswüchse.

Einer der Gründe, die ich nur vermuten kann, ist die Technikfeindlichkeit, die ich im Großen und Ganzen bei Journalisten in den verschiedensten Mediengattungen erleben durfte. Sogar Fernseh- und Hörfunkjournalisten, die auch der Otto Normalverbraucher mit technischen Gerätschaften in Verbindung bringt, würden es vorziehen, wenn die Kamera ein professioneller Kameramann führt, der Ton von einem Tonmeister gemacht wird und ihr Beitrag von einem gelernten Cutter produziert wird. Gleiches gilt für Radiomoderatoren: Ab einem gewissen Alter sind sie gar nicht in der Lage, ein Selbstfahrerstudio zu bedienen. Punkt 1 ist also Technophobie. Woher die kommt? Vielleicht hat die jeder Kreativer… (Ganz schlimm ist das im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der private ist hier etwas lernwilliger. Und natürlich alle unter 30.)

Punkt 2: Journalisten haben sich spezialisiert und erwarten, dass Spezialisierung auch im Berufsmarkt der Zukunft honoriert wird. Sie glauben nicht an das Neu-Lernen-Müssen der globalen Welt. Sie wollen sich nicht auf neue Sachen einstellen, sondern die alten Formen befüllen, die sie in jahrelangem Training zu befüllen gelernt haben. Sei es der Kommentar auf Seite 2 oder Seit 4 in der regionalen oder überregionalen Tageszeitung, der Aufsager in der Tagesschau, die Nachrichtenminute für das Themenmagazin im Wortradio.

Punkt 3: Für Journalisten ist eine Vielzahl von Stimmen, auch wenn diese nichts Neues zu sagen haben, ein Mehrwert. Dieser wird nicht nach ökonomischen Gesichtspunkten bemessen. So ist auch die 1000. Kritik des neuen Harry-Potter-Films noch etwas, was sich zu honorieren lohnt – zumindest aus Verbandssicht und natürlich auch aus Sicht des Urhebers. Dabei ist das natürlich totaler Quatsch. Eine lokale Kinoseite, die Kritiken über die Filme bringt, die in der Region oder in der Stadt anlaufen, und das mit den Startzeiten in den örtlichen Kinos verknüpft, hat keinen ökonomischen Mehrwert. Der Gemeinschaft bringt dies gegenüber dem Programm auf der Webseite des Kinos und den besten Kritiken aus den nationalen Medien (think rottentomatoes.com) null Mehrwert. Deswegen ist auch der Wert dieser Seite gleich null. (Disclaimer: Ich habe selbst als Filmkritiker für genau solche eine Seite gearbeitet und eine solche Rubrik selbst betreut. Es war ein wunderschöne Arbeit, und sie hat Spaß gemacht. Aber ihr Wert lag in der kreativen Beschäftigung, nicht im strukturellen Mehrwert. Wenn man so will, schaffe ich einen Teil von mir durch diesen Post ab.) Also: Besser Links auf der Webseite des Tageszeitung auf das Kinoprogramm der Region und die Kritiken aus Die Zeit, FAZ und Süddeutscher Zeitung. Denn das Publikum der Tageszeitung geht eh nicht mehr ins Kino. So ist einfach die Demographie, wenn man den Zahlen der FFA zum Kinobesucher 2008 (großes PDF-Dokument) glauben kann. Je mehr man sich für Tageszeitungen interessiert, umso weniger geht man ins Kino. Das soll folgende Grafik (Daten: FFA, BDZV; Bilder: aboutpixel.de / Lesestoff © Rainer Sturm, aboutpixel.de / Familienpackung © Dot Com)

Wer Tageszeitung liest, ist eher zu alt fürs Kino

Wer Tageszeitung liest, ist eher zu alt fürs Kino

Also liebe Filmjournalisten: So gut wie Tobias Kniebe oder Michael Althen oder Susan Vahabzadeh werdet ihr eh nicht mehr. Lass diese Leute diesen Job machen und kümmert euch um etwas Anderes. Euren elitären Filmgeschmack teilen eh nur ein paar zehntausend Kinogänger. (Warum ich mich so auf Filmjournalisten einschieße: Diesen Berufszweig glaube ich gut zu kennen.) Kümmert euch um richtigen Journalismus oder macht Filme, wenn ihr es besser machen zu können glaubt. Es gibt hier eh kein Geld zu verdienen, das wisst ihr doch eh schon. Oder ihr macht Journalismus zum Hobby, wie es durch die Blume Chris Anderson rät.

Aber so unversöhnlich will ich gar nicht schließen, sondern euch noch eine Einnahmequelle sagen: Macht ein Blog auf. Schreibt all das, was ihr über den Film aus Frankreich zwischen 1963 und 2001 wisst, auf. Verlinkt es mit dem Affiliate-Programm von Amazon, Lovefilm und Ähnlichem. Macht Google AdSense-Anzeigen auf eure Seiten. Ihr werdet feststellen, dass ihr damit mehr einnehmt als mit den drei Kritiken, die ihr als Freelancer an große und kleine Tageszeitungen verkauft bekommt. Und ihr bekommt noch dazu den direkten Draht zu anderen Filmliebhabern, die eure Seite als die letzte Zuflucht des Qualitätsfilmjournalismus’ im Netz entdecken werden. Macht eine Domainrecherche, filmfrancais.de ist gerade (So, 18:20) noch frei gewesen, installiert Wordpress auf dem Server, und schreibt euch die Seele vom Leib.

Das Ganze lässt sich natürlich für Lokaljournalisten noch leichter umsetzen. Wartet nicht auf die Verleger. Die bewegen sich viel zu langsam. Bewegt euch endlich! Nicht jammern, installieren und dann schreiben. Ihr wolltet doch immer mehr schreiben können. Im Blog könnt ihr das. Das muss ja nicht mal aussehen wie ein Blog.

Googelt mal nach den besten Anleitungen für Wordpress-Neulinge! Und vielleicht gebe ich in dem Blog hier noch ein paar weitere Anregungen. Z.B. Schaut ins Analytics-Programm eures Arbeitgebers, mit welchen Seiten im Long-Tail-Bereich hier ernsthafte AdSense-Umsätze gefahren werden.

Ein US-Fernsehmoderator/-reporter namens Mike Rowe, den ich bis gerade noch nicht kannte, hält einen inspirierenden Vortrag zu Dingen, die wir einfach falsch annehmen. Er will für harte Arbeit demonstrieren. Harte Kost, aber wer nicht hören will, wie man Schafe kastriert, spult einfach vor.

Warum benutzen Spammer eigentlich nicht einen automatischen Übersetzungsdienst im Web, um ihre Kommentare zu übersetzen? Sie finden Kommentarformulare, auch wenn Akismet die dämlichen Posts gleich wieder mit Spam markiert. Rüstet wenigstens auf, wenn ihr kämpfen wollt. Oder besser nicht. Sucht euch lieber ein gescheites Betätigungsfeld für euren Hirnschmalz. Oder wie Jon Stewart sagen würde: You’re hurting us!

Märkte sind Gespräche.

So beginnen die 95 Thesen des Cluetrain Manifests. In diesem Blog will ich diese 10 Jahre nach der Erstveröffentlichung beleuchten. Beim erneuten Lesen ist mir aufgegangen, wie visionär die waren. Und am Ende jeder These den Wahrheitsgehalt mit einer Art Ampel checken. Und meine Leser sollen abstimmen, was sie meinen. Mehr als 85 davon sollten noch stimmen. Das sagt zumindest mein Bauchgefühl.

Für unsere Hochzeit haben meine Frau und ich eine kleine Website angelegt mit Infos zur Trauung. Unsere Gäste kommen, kurz gesagt, von überall her. Jetzt versuche ich in der per Google Sites angelegten Seite die Farben noch mal auf die neuen Farben zur Hochzeit anzupassen (Einladung, Dankkarten und Tischdeko haben ein hellgrünes Farbleitmotiv). Und das klappt nicht. Warum wird das nicht übernommen? Liegt das an meinem Firefox-Browser?

Am Wochenende ist Zeit, sich um das Hype-Thema der vergangenen Woche zu kümmern. Die Vorstellung von Google Wave als Developer Preview auf Google I/O.

Hier die ganzen 80 Minuten 11 Sekunden Video. Bin sonst eigentlich nicht so geduldig, mir eine Webpräsentation per Webex oder per Mitschnitt auf Youtube noch mal anzuschauen, aber in diesem Fall scheint mir das eine Ausnahme wert.

Mittlerweile weiß jeder, dass Wave eine Art Ersatz für E-Mail und Wiki sein kann. Aber es ist noch viel mehr. Letztlich macht es genau das, was Cluetrain bereits festgestellt hat: Die Grenzen zwischen innen und außen fallen. Zum Beispiel auf Firmen bezogen. In diesem Fall könnte man das sogar auf die verschiedenen Tools beziehen, mit denen wir das Internet bereisen und beackern. Was ist also bemerkenswert an Wave?

  • Die Art und Weise, wie Google mit eigenen Produkten umgeht: Dass sich Googlemail/GMail auf Wave upgraden lässt, kann man sehen. Aber dass Wave potenziell Picasa kannibalisiert, ist schon erstaunlicher. Wenn ich vom eigenen Rechner mit Drag and Drop Dateien in eine Wave-Konversation ziehen kann, ist das viel einfacher als mit Picasa.
  • In Europa wird Wave zum Produktstart gleich wieder der übliche Vorwurf, den Datenschutz sträflich zu missachten, entgegengebracht werden. Unter anderem deshalb, weil jeder Tastenanschlag direkt übers Netz an meine Kontakte übertragen wird. Aber ist meine fehlerhafte Rechtschreibung wirklich so schützenswert? Also wirklich…
  • Noch ein Datenschutz-Argument: Es gibt eine direkte Funktion zum Veröffentlichen der Konversation. Uh-huh! Gefährlich! Ist es das wirklich? So kann man wenigstens einen dauerhaften Link zum Thema setzen, wenn man sich in seine Inbox nicht mehr auskennt. Außerdem wird man mit einer Einfärbung in Gelb gewarnt, dass etwas publiziert wurde.
  • Die Playback-Funktion gefällt mir besonders gut: Sie scheint mir eine adäquate Antwort auf das normale quälenden Lesen von alten Mails zu sein. Der Server speichert einfach, analog zu IM, den gesamten Verlauf. Und so schnell, wie ich lesen kann, spult alles noch mal vor mir ab. Aber offenbar ist es noch mehr: Das Undo fürs Leben könnte gefunden werden.
  • Search Panel: Der Name für das zentrale Element in Wave verrät, dass Google immer noch weiß, wo es herkommt – von der Suche. Wie oft muss man im Job nach alten Gesprächen suchen, die man per E-Mail geführt hat. Aber man weiß nicht mehr, wie die Mail hieß. Und ohne Google Desktop war man bislang aufgeschmissen. Die Suche in Outlook ist nicht den Namen wert.
  • Notizen: Protokolle von Konferenzen müssen nicht mehr die Sache des Protokollanten seien. Alle können gleichzeitig mitschreiben und am Ende der Tagung gleich veröffentlichen. (Collaborative AND Concurrent Editing)
  • Instant Search: Die Antwort auf Twitters Real-time Search-Funktionen ist da. Im Search Panel von Google Wave. Sobald ich etwas tippe und auf der anderen Seite der Wave nach Strings aus meinem Post gesucht wird, sind sie verfügbar.
  • Rechtschreibprüfung: Will ich sofort auch auf Deutsch haben. SOFORT!
  • Suche in der Wave: Bilder, die ich im Internet finde, können sofort in die Wave übernommen werden, direkt aus der Bildersuche. Da fragt keiner mehr nach Urheberrecht. Wenn man an die Veröffentlichungsmöglichkeiten denkt, sollten sich Bildrechte-Agenturen wirklich Sorgen machen. (Tun sie eh, hoffentlich.)
  • Dienste wie Doodle und PollDaddy könnten durch die Editierbarkeit der ursprünglichen Message und natürlich durch Polly überflüssig werden.
  • Google Wave könnte das Bug-Finden und -Zuweisen auch nicht-technischem Personal möglich machen, das mit Bugzilla schlicht und einfach nix anfangen kann.
  • Gibt es eigentlich schon Maskottchen von Spelly, Buggy, Linky, Polly, Rosy und Bloggy?

    Und hier gibt es auch die Antwort, warum Google Wave Wave genannt hat.

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